iWeltmuseum WienInnere Stadt
Historische Fotografien von Waffenhändlern um 1900, Sammlungsobjekte und zeitgenössische Kunst zeichnen den globalen Waffenhandel nach und hinterfragen koloniale Narrative über vermeintlich „primitive“ Waffen.
Am Anfang steht eine kugelsichere Weste, ihr gegenüber hängen Fotografien aus dem Jahr 1923, die zeigen, wie eine solche Weste getestet wird. Erfunden hat sie ein Priester aus Chicago. Daneben finden sich ältere Antworten auf dieselbe Angst: eine im Sudan getragene Lederkette und Kris-Dolche, in denen man Geister vermutete.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Missverhältnis im eigenen Bestand des Weltmuseums. Fotografien um 1900 zeigen Menschen in Afrika mit modernen Gewehren, während die Depots vor allem Bögen, Pfeile und Zeremonialwaffen bergen. Der zweite Teil richtet den Blick auf die Sammler: Einer betrieb eine Waffenfabrik in Tirol, und Arthur Rimbaud, von dem sich drei Fotografien in der Sammlung befinden, verkaufte mehr als 2.000 Remington-Gewehre an Menelik II. Zeitgenössische Arbeiten von elf Künstlerinnen und Künstlern führen die Ausstellung bis in die Gegenwart.
Direktorin Claudia Banz betont, es gehe nicht um Waffen – die ohnehin größtenteils fehlen. Sehenswert ist deshalb vor allem die detektivische Spurensuche im Archiv. Der Eintritt ist im Museumsticket für 16 Euro enthalten; für unter 19-Jährige ist der Eintritt frei. Dienstags ist das Museum bis 21 Uhr geöffnet.
Maximilians von Kugeln durchlöcherte Weste
François Auberts Fotografie der Jacke des hingerichteten Kaisers von Mexiko – samt Einschusslöchern. Napoleon III. ließ das Bild verbieten, weil es die Folgen seiner Außenpolitik offenlegte.
Rimbauds Befestigungsanlagen in Äthiopien
Halte Ausschau nach der Fotografie, die der Dichter 1885 von Befestigungsanlagen im Oromo-Hochland von Itu aufnahm – in den Jahren, in denen er Gewehre an Menelik II. verkaufte.
Der Beschusstest mit der kugelsicheren Weste von 1923
Eine echte kugelsichere Weste hängt gegenüber von Glasnegativen, die zeigen, wie 1923 bei einem Test auf eine solche Weste geschossen wurde.
Der Baron und die Waffenhändler, Jaipur 1886
Joachim von Brenner-Felsach posiert vor seinem Zelt mit Waffenhändlern. Laut Museum kaufte er Waffen auf einem indischen Schwarzmarkt.
Jittagarn Kaewtinkoy, The Post Eden
Ein Ölgemälde aus dem Jahr 2025, dessen Rahmen der Künstler aus verschossenen M16-Patronenhülsen gefertigt hat.
Wenn du antike Gewehre sehen möchtest: Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind die Waffen selbst nicht ausgestellt.
Unter 19-Jährige haben mit dem regulären Museumsticket freien Eintritt.
iNatural History Museum Vienna (Naturhistorisches Museum Wien)
iNatural History Museum Vienna (Naturhistorisches Museum Wien)
iNatural History Museum Vienna (Naturhistorisches Museum Wien)