Was läuft in Wien
Sammlungsobjekte, darunter ein Huf, ein Knochen, rote Krallen und ein Mineralfragment

Natural History Museum Vienna (Naturhistorisches Museum Wien)Innere Stadt

Gutes Sammeln – Böses Sammeln. 150 Jahre Natural History Museum Vienna (Good Collecting – Bad Collecting. 150 Years of the Natural History Museum Vienna)

Jetzt zu sehen3. Juni 2026 – 27. Juni 202718 €

Die Jubiläumsausstellung zeichnet nach, wie aus einer kaiserlichen Sammlung von einst 30.000 Objekten ein weltberühmter Bestand von 30 Millionen Stücken wurde – und beleuchtet zugleich kritisch die Schattenseiten des Sammelns und Forschens.

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Nahe dem Eingang steht einer der 160 historischen Galerie-Spucknäpfe des Museums dem Handabdruck gegenüber, den eine Klimaaktivistin 2022 hinterließ, nachdem sie sich in der Dinosaurierhalle festgeklebt hatte. Der Auftrag des Mitkurators Mathias Harzhauser für die Gestaltung lautete: „Punk, nicht Biedermeier“.

In der ersten großen Halle geht es um die Frage, warum Menschen überhaupt sammeln: Man geht auf etwas zu, das wie eine Cocktailbar aussieht, doch in den Flaschen befinden sich Schlangen und Eidechsen in Alkohol. Auf einer Wandtafel steht, das Museum bewahre nach eigener Zählung rund 80 Tonnen davon auf – den größten Alkoholvorrat Österreichs. An anderer Stelle geht es um die dunkleren Seiten: Funde, die Häftlinge des Konzentrationslagers Gusen ausgruben, und ein Gorilla aus dem Jahr 1847, bezeichnet als „spektakulär unethisch“. Zum Abschluss führt der Rundgang in einen Raum mit digitalen 3D-Modellen.

Der ORF bezeichnete die Ausstellung als gelungenen Kompromiss zwischen einer Schau und einer kritischen Bestandsaufnahme, die oft an der Oberfläche bleibe. Sie befindet sich im ersten Stock, die Treppe hinauf und von der Eingangshalle aus links, und ist im Museumsticket für 18 € enthalten. Mittwochs ist das Museum bis 20:00 Uhr geöffnet.

Nicht verpassen

  • Die Typus-Bar

    Halten Sie Ausschau nach einer eleganten Barwand mit Flaschen: Aus der Nähe erkennt man darin in Alkohol konservierte Schlangen und Eidechsen – Typusexemplare, anhand derer Wissenschaftler eine Art definieren.

  • Der Spucknapf und der Handabdruck

    Einer der 160 Spucknäpfe, die einst in den Sälen standen, ist dem erhaltenen Handabdruck einer Aktivistin gegenübergestellt, die sich 2022 in der Dinosaurierhalle festgeklebt hatte.

  • Das Schaubild mit den Speckkäfern

    In einem Schaukasten arbeiten sich lebende Speckkäfer durch ein großes Stück Anakondafleisch. So wird sichtbar, was Schädlinge einer Sammlung antun können.

  • Das Habsburger-Arcade-Spiel

    In einem Shooter im Pixelstil ist Franz Ferdinand das Ziel. Zu Lebzeiten tötete er mehr als 274.000 Tiere; Harzhauser zufolge soll das Spiel Erwachsenen ein ungutes Gefühl bereiten.

  • Die Venus von Willendorf neu gedeutet

    Eine große neue Version der Figur zeigt, welche weiteren Leben sie jenseits ihres Ruhms hat: als Vorlage für Vibratoren und Süßigkeiten sowie als Ikone der Body Positivity.

Gut für

  • Abendbesuche
  • Detailverliebte
  • Teenager

Nichts für dich, wenn

Wenn Sie menschliche Überreste lieber nicht sehen möchten: Ausgestellt ist ein originaler 30.000 Jahre alter Homo-sapiens-Schädel.

Mit Kindern

Für Kinder gibt es ein Arcade-Spiel, lebende Käfer und einen Raum mit 3D-Animationen. Die Ausstellung behandelt aber auch Funde aus der NS-Zeit und zeigt einen originalen menschlichen Schädel.

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