iLenbachhaus · Maxvorstadt / Kunstareal
Landschaftswerke des 19. und 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des Lenbachhauses sowie aus Beständen von Partnereinrichtungen untersuchen, wie Kunst die Natur im Zeichen des Klimawandels und ökologischer Veränderungen festhält.
Johann Georg von Dillis zeichnete Wolken mit Kreide, oft auf blauem Papier, vom Fenster seiner Dienstwohnung im Münchner Hofgarten aus – so ragen manchmal die Türme der Theatinerkirche in den Himmel. Gegen Ende begegnen einem mehrere dicht gehängte Wände, eine davon ausschließlich mit Wolken.
Der Rundgang führt durch Landschaftsbilder des 19. und 20. Jahrhunderts, viele davon selten oder noch nie gezeigt, versammelt um eine Idee: Was einst gemalt wurde, hat sich inzwischen verändert oder ist verschwunden. Morgensterns menschenleerer Starnberger See stammt aus den 1840er-Jahren, bevor die Eisenbahn die Stadt 1854 ans Ufer brachte. Corinth malt sich neben einem Skelett, und ein Wandtext erklärt, wie der Wald von Fontainebleau die ersten markierten Wanderwege der Welt erhielt.
Der Kritiker der Süddeutschen Zeitung nannte die Ausstellung „höchst sehenswert“, die Kritikerin der Augsburger Allgemeinen fand die Wolkenwand die schönste Antwort auf den Titel. Der Eintritt kostet den regulären Museumspreis von 10 Euro (ermäßigt 6 Euro, unter 18 Jahren frei); der Audioguide ist inklusive. Donnerstags ist bis 20 Uhr geöffnet.
Dillis’ Wolkenwand
Achte auf die rasch hingeworfenen Kreidestudien vorbeiziehender Wolken auf blauem und blaugrauem Papier. Viele entstanden an seinem Fenster zum Hofgarten, durch das die Türme der Theatinerkirche hereinragen.
Corinths Selbstbildnis mit Skelett
Der 38-jährige Maler steht im Gegenlicht vor dem nordseitigen Atelierfenster, das Gesicht im Schatten. Er malt nicht; neben ihm hängt ein Skelett an einem Haken.
Timm Ulrichs’ Waben-Wachscollage
Keilrahmen, die in einem Bienenstock standen, bis Honigbienen sie mit Waben füllten. Ein QR-Code am Fenster führt zu den Bienenvölkern im Museumsgarten.
Richters zwei Skulpturen in Palermos Raum
Bronzeköpfe von Richter und Palermo blicken einander mit geschlossenen Augen auf steinernen Sockeln gegenüber. Sie stehen in einem ockerfarbenen Raum, dessen offene Fenster nach draußen weisen.
Fritz Winters Am Wehr
Nachtszenen aus dem Jahr 1936, entstanden in Dießen am Ammersee: Weiße Farbe wurde auf graue und schwarze Flächen getropft und die so entstandenen Formen anschließend verteilt oder übermalt.
Unter 18-Jährige haben freien Eintritt; der Audioguide ist im Ticketpreis enthalten.