iLenbachhaus · Maxvorstadt / Kunstareal
Inspiriert von Etel Adnans letztem Buch loten 83 Werke von mehr als 40 internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus, wie die bildende Kunst über die Grenzen der Sprache hinausreichen kann.
Drei Spülmaschinenkörbe sind mit Töpfen, Schüsseln, Tellern und Tassen aus mehreren Jahrhunderten beladen – Nicole Wermers hat das Ganze ohne Klebstoff im Gleichgewicht gehalten. Anderswo liegen die deutschen Grammatikhefte von Cana Bilir-Meiers Mutter, einer ehemaligen Gastarbeiterin – inklusive der Korrekturen.
Den Auftakt machen drei kleine, farbintensive Gemälde von Etel Adnan. Ihr letztes Buch gab der Ausstellung den Titel, und sie erhält einen eigenen Raum. Danach folgen 83 Werke von mehr als 40 Künstlerinnen und Künstlern, viele davon neu in der Sammlung. Manchmal sind bis zu vier Werke in einem Raum zu sehen; die Ausstellung setzt sich bis in die historischen Räume von Lenbachs Villa fort. Wenn Sie in der Bäckerei noch überlegen, ob es der, die oder das heißt, kommen Ihnen diese Hefte bekannt vor.
Die Ausstellung ist ruhig: Die Mittelbayerische Zeitung fand weder laute Videos noch Lärm. Der Kritiker der Abendzeitung lobte Mirga-Tas und Mivekannin, fand die Schau stellenweise aber zu kopflastig. Der Eintritt kostet 10 Euro mit Museumsticket (ermäßigt 6 Euro, unter 18 Jahren frei). Donnerstags ist bis 20 Uhr geöffnet; bei der Langen Nacht der Museen am 17. Oktober bis 1 Uhr nachts.
Nicole Wermers’ Geschirrspül-Skulpturen
Halten Sie Ausschau nach drei übereinandergestapelten Spülmaschinenkörben mit Töpfen, Schüsseln, Tellern und Tassen aus mehreren Jahrhunderten. Sie werden allein durch ihr Gleichgewicht gehalten – ganz ohne Klebstoff.
Małgorzata Mirga-Tas’ Out of Egypt
Leuchtende Stoffcollagen zeigen Romnja beim Kochen am Feuer und zu Hause mit Kindern. Sie bearbeiten rassistische Radierungen aus dem 17. Jahrhundert neu; einige waren im polnischen Pavillon der Biennale von Venedig zu sehen.
Cana Bilir-Meiers Grammatikhefte
Die deutschen Übungshefte ihrer Mutter aus deren Jahren als Gastarbeiterin – die Korrekturen sind noch auf den Seiten zu sehen.
Roméo Mivekannins Homme Inconnu
Ein Porträt eines unbekannten Mannes aus der Zeit um 1830 bis 1840, das Mivekannin übermalt hat, um den Orientalismus auseinanderzunehmen. Die Abendzeitung fand es besonders eindrucksvoll.
Samia Halabys Sound Paintings
Geometrische Abstraktionen, ab 1986 am Computer erzeugt und auf Monitoren statt auf Leinwand gezeigt.
Sie empfinden konzeptlastige Gegenwartskunst als anstrengend: Der Kritiker der Abendzeitung nannte Teile der Ausstellung zu kopflastig.
Unter 18-Jährige haben freien Eintritt; außerdem bietet das Museum eine Einführung zur Ausstellung in Leichter Sprache an.