iLenbachhaus · Maxvorstadt / Kunstareal
Mehr als 240 Werke zeichnen die wegweisenden Bildsprachen und transnationalen Netzwerke des Blue Rider nach und rücken die Künstlerinnen der Bewegung neben Kandinsky und Franz Marc in den Fokus.
Am 2. Januar 1911 hörte Kandinsky bei einem Konzert in München die Musik Arnold Schönbergs – und malte sie anschließend. In Impression III (Konzert) ragt ein schwarzer Flügel wie ein Keil ins Bild, die gebeugten Rücken des Publikums wenden sich ihm zu, und Gelb flutet über die Leinwand.
Im ersten großen Saal ist alles Gabriele Münter gewidmet, vor aquamarinblauen Wänden. Ihre Schenkung von 1957 machte die Sammlung zur weltweit größten Blue-Rider-Sammlung. Bei dieser Neupräsentation von mehr als 240 Werken erhalten die Künstlerinnen des Kreises mehr Raum denn je. Im Dezember 1911 traten Kandinsky, Marc und Münter aus ihrem Künstlerverein aus und eröffneten zwei Wochen später in derselben Galerie eine konkurrierende Ausstellung. Wer schon einmal im Streit aus einem Münchner Verein ausgetreten ist, kennt den Zug.
Die Kritiker waren angetan: Die TZ nannte den nachtblauen Kandinsky-Saal den Höhepunkt, die Abendzeitung eine „kluge, inspirierende“ Neupräsentation. Tickets kosten 10 € (ermäßigt 6 €, unter 18 Jahren kostenlos). Am ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt für alle von 18 bis 22 Uhr frei.
Kandinskys Impression III (Konzert)
Achten Sie auf das schwarze Dreieck des Flügels und die gebeugten Rücken der Zuhörenden, die im Gelb beinahe versinken: Kandinskys gemalte Erinnerung an ein Schönberg-Konzert.
Münters Lady in an Armchair
Ein Porträt von 1929: Die gebundene Pluderhose im Haremstil und die spitzen roten Schuhe der Stenografin greifen die geschwungenen Stuhlbeine auf. Die Süddeutsche Zeitung nannte das große Kunst.
Der nachtblaue Kandinsky-Saal
Benannt nach Kandinskys Essay Concerning the Spiritual in Art, folgt der Saal seinem Weg von Reitern und Figuren zur reinen Abstraktion – vor tiefblauen Wänden.
Der Tänzer Alexander Sacharoff
Ein Saal über den in Mariupol geborenen Tänzer, der Posen in bewusst geschlechterfluiden Kostümen regungslos hielt und von Werefkin und Jawlensky immer wieder gezeichnet und gemalt wurde.
Wilhelm Morgners ornamentale Kompositionen
Großformatige abstrakte Kompositionen, neu in der Sammlung und erstmals zu sehen.
Unter 18-Jährige haben freien Eintritt. Ein Saal ist den mehr als 250 Kinderzeichnungen gewidmet, die Kandinsky und Münter gesammelt haben. Auch die Saaltexte gibt es in Leichter Sprache.