Harvard Art MuseumsHarvard Square, Cambridge
Diese Ausstellung ist beendet.
Die erste große US-Ausstellung der in Berlin lebenden Künstlerin und Filmemacherin Pınar Öğrenci stellt ihren Film aus dem Jahr 2024 sowie fünf Collagen über das Leben im Ruhrgebietsbergbau historischen Fotografien aus dem Busch-Reisinger Museum gegenüber.
Website des MuseumsAuf einem Bild hängen weiße Wäschestücke zum Trocknen vor rauchenden Fabrikschornsteinen. Die Bergarbeiterfamilien im Ruhrgebiet kleideten sich bewusst in Weiß, erklärte Kuratorin Lynette Roth der Harvard Gazette: Das war in einer Region, die als schmutzig abgeschrieben wurde, ein Grund zum Stolz – und bedeutete für die Frauen stundenlang zusätzliche Wäsche.
Im Zentrum der Ausstellung steht Öğrencis Film aus dem Jahr 2024, der rund 44 Minuten dauert und aus Fotografien der 1950er- und 1960er-Jahre montiert ist, größtenteils aus dem Archiv des Ruhr Museums. Interviews, Gedichte und persönliche Geschichten bilden dazu den Kontrapunkt. Der Film zeigt: Der Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit in Westdeutschland beruhte auf den Bergarbeitern, der unbezahlten Arbeit ihrer Frauen und den Arbeitsmigranten aus Italien, Spanien und der Türkei. Daneben hängen fünf Collagen mit historischen Fotografien aus dem Busch-Reisinger Museum. Für diesen Film sollte man sich hinsetzen, statt nur hindurchzugehen.
Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung befindet sich auf Ebene 1 und endet am 18. Oktober. Öğrenci spricht am 13. Oktober um 18 Uhr in der Menschel Hall über den Film (Eintritt frei, Anmeldung online). Ihre Installation Cemetery of the Nameless eröffnet am 15. Oktober im Goethe-Institut Boston.
Wäsche vor den Schornsteinen
Achten Sie auf Reihen weißer Wäsche, die vor Fabriken trocknet, während dahinter die Schornsteine rauchen – die Antwort der Bergarbeiterfrauen auf den schlechten Ruf des Ruhrgebiets.
Arbeiter rund um eine Fabrik
In einer Collage legt Öğrenci eine Fotografie von Arbeitern um die Aufnahme eines Gebäudes. So scheint es, als nähmen sie es in Besitz.
Das Krupp-Werk
Der Film zeigt ein Krupp-Werk, in dem während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit geleistet wurde und das danach als Privatunternehmen weitergeführt wurde.
Umzüge und Nachbarschaftsfeste
Auf Aufnahmen von rußbedeckten Bergarbeitern folgen Umzüge, Sport, religiöse Feiern und spielende Kinder in den für Arbeiter gebauten Wohnsiedlungen.
Wenn Sie nur zwanzig Minuten Zeit haben: Im Zentrum der Ausstellung steht ein 44-minütiger Film.
Carpenter Center for the Visual Arts
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iPeabody Museum of Archaeology & Ethnology