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Ein Christoph Schlingensief gewidmeter Raum, in dessen Mittelpunkt Deutschland versenken (1999) steht – seine Aktion, bei der er Deutschland in New York symbolisch versenkte.
Deutschland lässt sich nicht versenken. Im Film fliegt ein Hartschalenkoffer voller deutscher Souvenirs über die Reling eines Schiffs in den Hudson, während die Presse jubelt – und treibt weiter auf den Wellen. Darin, erzählt Schlingensief einem Reporter, befinden sich ein Bierkrug, eine Damenbinde und das „Bitte nicht stören“-Schild aus einem Chemnitzer Hotel.
Die Aktion Deutschland versenken, inszeniert am 9. November 1999, hat einen eigenen Raum innerhalb der Sammlungspräsentation Extreme Tension. Der zentrale Film dauert 1 Minute und 28 Sekunden. Dazu kommen weitere Filme, Fernsehinterviews – eines davon mit Alexander Kluge – und Schlingensiefs Kolumnen für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Zu sehen ist, wie ein Journalist fragt, warum Schlingensief als orthodoxer Rabbiner verkleidet ist. Er erklärt, die Schläfenlocken seien Requisiten und seine Schuhe passten nicht zur Rolle.
In nd schrieb Dorte Lena Eilers, die Interviews zeigten, wie hilflos die Presse und wie kühn Schlingensief gewesen sei. Art in Berlin weist darauf hin, dass es ein paar Minuten dauert, bis man sich zurechtfindet. Donnerstags ist das Museum bis 20:00 Uhr geöffnet, montags geschlossen.
Deutschland versenken (1999)
Achte auf den 88-sekündigen Film, gedreht auf 35-mm-Film: Schlingensief hält ein Schild am Times Square, vor dem Metropolitan Museum und dem Goethe-Institut.
Der Koffer geht über Bord
Auf dem Boot lehnt Schlingensief die Bitte eines Reporters ab, den Koffer zu öffnen. Dann segelt er unter Jubel über die Reling in den Hudson.
Das Rabbiner-Interview
Auf die Frage, ob sein Kostüm eine provokante Aneignung sei, sagt er nein: Seine Kleidung entspreche ganz offensichtlich nicht den orthodoxen Vorschriften, und die Schläfenlocken hingen ihm lediglich von den Ohren.
Du möchtest, dass dir Dinge erklärt werden: Schlingensief beantwortet jede Frage mit einem neuen Rätsel, und der Raum überlässt dich dir selbst.
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