iKulturforumTiergarten
Mehr als 100 flämische Zeichnungen aus der Zeit von 1570 bis 1650, geschaffen von 28 Künstlern – viele davon erstmals seit 50 Jahren zu sehen.
1616, in dem Jahr, in dem Anton van Dyck in Rubens’ Atelier eintrat, füllte er ein Blatt mit Figuren, die er nach seinem neuen Meister kopierte. Rubens selbst signierte seine Zeichnungen nie und zeigte sie auch nicht öffentlich. Sie waren Arbeitsmaterial; fast jedes Blatt hier entstand als Vorbereitung auf ein Gemälde, einen Druck oder einen Wandteppich.
Diese Ausstellung flämischer Zeichnungen im Kupferstichkabinett ist die erste seit 50 Jahren: mehr als 100 Blätter von 28 Künstlern, entstanden zwischen 1570 und 1650. Sie führt kapitelweise von spätmanieristischen Vorläufern über Rubens, Jordaens’ leuchtende Farbentwürfe und van Dycks ungeschliffene Federskizzen bis zu Brueghels Landschaften, Teniers’ Dorfleben und Vrancx’ Soldaten. Die Wandtexte zeichnen nach, wer bei wem lernte, wen heiratete und mit wem arbeitete: Teniers heiratete die Tochter von Jan Brueghel, als sie unter Rubens’ Vormundschaft stand.
Tickets kosten 8 Euro (ermäßigt 4 Euro), der Eintritt zu allen Ausstellungen im Kulturforum 22 Euro. Der deutsche Audioguide des Kurators ist inklusive. Öffentliche Führungen finden samstags um 14 Uhr statt; eine Sonntagsführung führt weiter zu den Gemälden derselben Künstler in der Gemäldegalerie.
Van Dyck kopiert seinen Meister
Achten Sie auf das Skizzenblatt von 1616 in schwarzer Kreide und brauner Feder, auf dem der jugendliche van Dyck Figuren von Rubens kopiert.
Rubens’ Studie zu Der Liebesgarten
Eine sitzende junge Frau hebt den Arm. Die Zeichnung in schwarzer und roter Kreide, weiß gehöht, entstand 1631/32 für das Gemälde, das sich heute im Prado befindet.
Jordaens’ Mädchen mit Früchtekorb
Um 1635 zeichnete Jordaens ein Mädchen mit einem Korb voller Früchte vor einer offenen Tür, dazu ein Liebespaar – in schwarzer Kreide und mit dem Pinsel.
Teniers’ Ansicht von Antwerpen
Eine kleine Ansicht Antwerpens in Graphit, um 1640 rasch gezeichnet und doch genau beobachtet – so sammelte Teniers Material für seine Gemälde.
Brueghels Flussufer
Eine Gouache von Jan Brueghel dem Älteren aus der Zeit um 1603: Ein Flussufer ist dicht mit Booten besetzt, dort, wo ein Kanal in den Fluss mündet.
Sie möchten fertige Gemälde sehen: Fast jedes Blatt hier ist eine Studie für ein anderes Werk.
In der Ausstellung gibt es ein kostenloses Mitmachblatt mit Zeichenaufgaben für Kinder von 6 bis 12 Jahren.
iNeue Nationalgalerie
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