iDeutsches Historisches MuseumMitte
Rund 200 Objekte aus der mehr als eine Million Stücke umfassenden Sammlung des DHM – darunter einige, die noch nie öffentlich zu sehen waren – beleuchten Fragen der Provenienz, 150 Jahre Sammlungsgeschichte und die Art und Weise, wie Orte Geschichte geprägt haben.
Eine Rüstung der Samurai, die Reservisten aus Kyoto 1938 an Hitler schickten, blieb rund 40 Jahre lang unausgepackt im Depot des Museums. Heute steht sie der letzten Felduniform gegenüber, die Wilhelm II. vor seiner Abdankung 1918 trug.
Rund 200 Objekte aus einer Sammlung von einer Million Stücken füllen das Erdgeschoss des Pei-Baus, darunter einige, die noch nie zuvor gezeigt wurden. Der erste Teil erzählt die Geschichte des Museums selbst: von der Ruhmeshalle der preußischen Armee 1883 über das nationalsozialistische Militärmuseum bis zum Geschichtsmuseum der DDR. Der zweite Teil ist nach Orten gegliedert: ein Spielbrett aus Bernstein, 1607 in Königsberg gefertigt, Grenzen, Flucht und Exil. Aus einem vollständig eingerichteten Biedermeierzimmer tritt man direkt vor ein IKEA-Etagenbett aus einer Kasseler Flüchtlingsunterkunft – auf diese Gegenüberstellung wollte Kurator Wolfgang Cortjaens nicht verzichten.
Die Bloggerin Juna Grossmann lobte die „Haltung“ der Ausstellung. Der Eintritt kostet 7 Euro (ermäßigt 3,50 Euro, unter 18 Jahren frei). Die Texte gibt es auf Deutsch, Englisch und in Einfacher Sprache. Gruppenfreie Ruhezeiten gelten dienstags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.
Hitlers Samurai-Rüstung
Eine japanische Rüstung, die Reservisten aus Kyoto 1938 an Hitler schickten und die nach rund 40 Jahren im Depot wieder ausgepackt wurde, steht der letzten Felduniform Wilhelms II. gegenüber.
Das Biedermeierzimmer
Ein vollständig eingerichteter Raum mit Möbeln, Geschirr und Besteck, der Deutschland während des Zweiten Weltkriegs verließ und 2023 nach Berlin zurückkehrte – mit einer Karte, die den Weg seiner Besitzer nachzeichnet.
Das Kasseler Etagenbett
Ein IKEA-Bett, das 2015 in einer Kasseler Flüchtlingsunterkunft zum Etagenbett umgebaut und mit Kinderzeichnungen bedeckt wurde, steht direkt neben dem Biedermeierzimmer.
Das gläserne Gästebuch
Der Willkommenspokal der Grafen von Oettingen: ein Glas, in das 30 Namen und Datumsangaben graviert sind.
Ausrüstung aus dem letzten Steinkohlebergwerk
Ein Helm, eine Arbeitstasche, Knieschoner und schwere Stiefel aus dem Bottroper Bergwerk Prosper-Haniel, das 2018 geschlossen wurde. Sie sind wie Relikte ausgestellt; an einer Interviewstation erzählt der Bergmann Ayhan Artar seine Geschichte.
Unter 18-Jährige haben freien Eintritt. Sonntags um 14 Uhr gibt es Familienführungen, dazu Ferienprogramme und einen Audioguide für Kinder ab 8 Jahren.
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