Was läuft in Berlin
Von Hand kolorierte Fotografie von Gras, das während einer deutschen Forschungsexpedition nach Tendaguru in Deutsch-Ostafrika zur Landgewinnung abgebrannt wurde, 1909–1913

Deutsches Historisches MuseumMitte

Umstrittene Verwandtschaft: Koloniale und nationalsozialistische Gewalt (Controversial Kinship. Colonial and National Socialist Violence)

Jetzt zu sehen16. Oktober 2026 – 11. April 2027Kostenpflichtig – siehe Website

Eine vergleichende Ausstellung über koloniale und nationalsozialistische Gewalt im 20. Jahrhundert: Rassismus, Zwangsarbeit und Konzentrationslager sowie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Regime.

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Sie beginnen zwischen zwei Vitrinen: links eine helle Peitsche aus Nilpferdleder, rechts eine leere, rostige Zyklon-B-Dose aus Auschwitz. Auf den ersten Blick scheint klar, was zu welchem Regime gehört. Doch wie die NZZ betont, wurden auch in NS-Lagern Menschen zu Tode gepeitscht, und Giftgas kam ebenfalls in Kolonialkriegen zum Einsatz.

Die Ausstellung erzählt von der Geschichte eines Vergleichs – von 1900 bis 1960. Schon in den 1930er-Jahren stellten antikoloniale Denker, Politiker und Holocaust-Überlebende koloniale und nationalsozialistische Herrschaft nebeneinander. Es folgen Räume zu Rassismus und Antisemitismus, Zwangsarbeit und kolonialem Faschismus. Für eines gibt es kein koloniales Gegenstück: Die Wand gegenüber einem riesigen Modell von Auschwitz bleibt leer.

Die taz fand die Ausstellung anschaulich und zugleich komplex – sie verdichte, ohne zu verharmlosen. Der Kritiker der NZZ ging bereichert, aber überwältigt hinaus und hätte sich weniger Exponate und klarere Schlussfolgerungen gewünscht. Die Ausstellung befindet sich im Untergeschoss des Pei-Baus, ist auf Englisch und Deutsch zu sehen und kostet 7 Euro (ermäßigt 3,50 Euro). Ruhige Zeiten ohne Gruppen gibt es dienstags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.

Tipp der Redaktion

Ein direkter Vergleich kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt im 20. Jahrhundert – von Rassismus über Zwangsarbeit bis hin zu Konzentrationslagern. Er zeigt, worin sich die beiden Regime ähneln und worin sie sich unterscheiden.

Nicht verpassen

  • Die beiden Vitrinen am Eingang

    Achten Sie auf die helle Peitsche aus Nilpferdleder neben der leeren, rostigen Zyklon-B-Dose aus Auschwitz, auf der noch das Totenkopfemblem und das Wort "Giftgas!" zu sehen sind.

  • Die italienische Gasbombe

    Eine originale italienische Gasbombe aus dem Krieg gegen Äthiopien 1935–36 hängt über Ihrem Kopf in der Luft.

  • Ambrosis Bombardierung in Ostafrika

    Ein futuristisches Luftbild von 1936 zeigt ein idealisiertes Kampfflugzeug. Seine Bomben lassen über einer menschenleeren ostafrikanischen Landschaft kleine Rauchwölkchen aufsteigen, wie Zigarettenrauch. Ihm gegenüber hängt ein lebensgroßes Foto von Haile Selassie.

  • Das Auschwitz-Modell und die leere Wand

    Dem riesigen Modell von Auschwitz eines polnischen Bildhauers gegenüber liegt eine kahle Wand – denn für diesen Raum gibt es kein koloniales Gegenstück.

  • Der Rhodes-Raum

    Schnappschüsse aus der jüdischen Gemeinde von Rhodes beschließen die Ausstellung: Mädchen beim Schulsport, Frauen mit Hüten beim Kaffee und Männer des Maccabi-Clubs, die 1938 in Anzügen posieren.

Gut für

  • Kultur für wenig Geld
  • Detailverliebte

Nichts für dich, wenn

Sie möchten ein eindeutiges Urteil über den Vergleich: Die NZZ fand vieles daran vage und assoziativ.

Mit Kindern

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

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Bildnachweise

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