iBerlinische GalerieKreuzberg
Zeichnungen, Fotografien, Filme und Modelle zum DDR-Architekten hinter dem Kino International an der Karl-Marx-Allee, ergänzt durch neue Arbeiten von drei zeitgenössischen Kunstschaffenden.
Bevor man das Archiv erreicht, blinzelt einem ein hügelartiger Wohnblock in Schreibtischgröße entgegen. In Tracey Snellings Grosshuegelhaus läuft in jedem Fenster ein kurzer Film, während Pappfiguren mit sonnengebräunten Waschbrettbäuchen am Pool liegen. Die Arbeit entwirft Kaisers Plan aus den späten 1960er-Jahren neu: einen terrassierten Wohnblock, der Wohnen, Arbeiten und gemeinschaftlich genutzte Einrichtungen verbinden sollte und nie gebaut wurde.
Dahinter füllen rund 100 Zeichnungen, Collagen, Fotografien, Modelle und Filme auf 200 Quadratmetern vier Bereiche; die meisten stammen aus Kaisers Nachlass, einige werden erstmals gezeigt. Sie zeichnen eine Laufbahn durch drei politische Systeme nach: Bürobauten aus der NS-Zeit, fünf Jahre als Operettensänger und schließlich die Repräsentationsbauten der DDR – vom neoklassizistischen Klubhaus der Maxhütte bis zum Kino International.
Die taz nannte die Ausstellung klein und sehr aufschlussreich, doch ihrem Kritiker blieb vieles, was Kaiser antrieb, im Dunkeln. Der Freitag wünschte sich weniger Fassade und mehr dazu, wie die Gebäude genutzt wurden. Tickets kosten 14 € (ermäßigt 7 €, unter 18 Jahren frei); am ersten Mittwoch im Monat gibt es den Happy Wednesday für 7 €. Dienstags geschlossen.
Tracey Snellings Grosshuegelhaus (2026)
Halten Sie Ausschau nach dem terrassierten Wohnhügel in Schreibtischgröße vor dem Hauptraum: In jedem Fenster flimmert ein kurzer Film, Pappfiguren liegen als Bewohner am Pool.
Der Paillettenvorhang des Kino International
Ein Stück des originalen Paillettenvorhangs des Kinos ist zusammen mit einem Filmausschnitt von der Eröffnung 1963 zu sehen – im Bereich über Kaisers bekannteste Berliner Bauten.
Die Zeichnung des Kosmos
Kaisers Zeichnung des Kosmos mit seinem eiförmigen Zuschauerraum ist neben einem rekonstruierten Modell des Kinos mit 1.001 Sitzplätzen zu sehen.
Zwei Entwürfe für das Klubhaus der Maxhütte
Kaisers frühe, moderne Entwürfe, beeinflusst von Mart Stam und Hans Poelzig, sind neben dem neoklassizistischen Klubhaus zu sehen, das er stattdessen für die DDR-Führung bauen musste.
Sibylle Bergemanns Abrissfotografie
Bergemann fotografierte 1995/96 den Abriss des DDR-Außenministeriums. Ihre Aufnahme hängt neben selten gezeigten Entwürfen für das Gebäude.
Sie möchten wissen, wie man die Räume tatsächlich nutzte: Der Freitag fand, es gehe zu sehr um Fassaden und zu wenig um die Nutzung.
Unter 18-Jährige haben freien Eintritt.
iJewish Museum Berlin
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