iAlte NationalgalerieMitte
Das National Museum in Warsaw eröffnet mit „Mythen erfinden“ eine neue Gastreihe und präsentiert im ersten Obergeschoss polnische Meister wie Malczewski und Matejko.
Ein junger Mann in Gelbgrün zupft die Blütenblätter einer Kamillenblüte ab. In der Tasche an seinem Gürtel stecken Farbtuben statt der Patronen, die dort sein sollten. Auf der einen Seite hat eine alte Frau in dunklen Gewändern die Hände in Handschellen; auf der anderen befreit sich ein halbnacktes Mädchen daraus. Das ist Jacek Malczewskis „Polski Hamlet“ von 1903 – das Werk, mit dem das Museum beginnt.
Im ersten Obergeschoss zeigt eine einzelne Vitrine acht Werke aus dem National Museum in Warsaw, vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Dazu zählen ein Porträt von Matejkos drei Kindern, Ruszczycs „Old House“ und Jarosław Modzelewskis „Self-Portrait with Pigments“. Andrzej Wróblewskis Gemälde von 1956 trägt den Titel „Waiting Room I, The Queue Continues“ – den Titel versteht jeder Berliner, der die Buchungsseite des Bürgeramts immer wieder aktualisiert.
Von dort geht es direkt in „Door to History“, den neuen Raum zur eigenen Vergangenheit der Galerie. Hier sind acht Gemälde zu sehen, kein Überblick über die polnische Kunst. Der Eintritt kostet 16 € (ermäßigt 8 €), eine kostenlose Broschüre ist erhältlich. Geöffnet Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr.
Malczewski, Polski Hamlet (1903)
Achten Sie auf die Farbtuben in der Gürteltasche des jungen Mannes, dort, wo Patronen sein sollten. Er zupft an einer Kamillenblüte – zwischen einer gefesselten alten Frau und einem Mädchen, das sich befreit.
Wróblewski, Waiting Room I, The Queue Continues (1956)
In einem Wartezimmer sitzen Menschen hintereinander, darunter eine junge Frau mit einem Baby auf dem Schoß. An der Wand weist ein Pfeil nach rechts.
Sie suchen einen Überblick über die polnische Malerei: Hier sind acht Werke in einer einzigen Vitrine zu sehen.