iNatural History Museum Vienna (Naturhistorisches Museum Wien)Innere Stadt
Genetik und Archäologie machen familiäre Verbindungen auf zwei frühmittelalterlichen Gräberfeldern nahe Wien sichtbar und erzählen die Geschichte der Völkerwanderungszeit aus dem Leben gewöhnlicher Menschen neu. Hall 21.
Im Leobersdorf des 8. Jahrhunderts stammten die meisten Menschen aus Ostasien. Zwanzig Kilometer entfernt, in Mödling, waren sie europäischer Herkunft. Archäologisch hätte man sie nie auseinanderhalten können: Beide bestatteten ihre Toten mit nahezu identischem Schmuck und denselben Gürtelschnallen. Erst die Analyse alter DNA machte den Unterschied sichtbar. Das Team scherzte, die Ausstellung hätte auch „Mödling und Leobersdorf schlafen nicht miteinander“ heißen können. Heute liegen beide Orte an derselben Südbahn.
Der Rundgang beginnt bei einem kreisförmigen Mittelpunkt zu den beiden awarenzeitlichen Gräberfeldern. Rekonstruierte Stammbäume zeigen, wer mit wem Kinder hatte und wer neben wem bestattet liegt. Ehefrauen stammten häufig von außerhalb, Verwandte wurden Seite an Seite beigesetzt. Acht Stationen führen weiter zu Hunnen, Goten, Langobarden, Slawen und zum römischen Pannonien. Grundlage ist das Projekt HistoGenes, das 7.700 Bestattungen umfasst. Das Fazit des Historikers Walter Pohl: „Kultur ist nicht biologisch determiniert.“
Die Ausstellung befindet sich in Hall 21. In Mitmachbereichen können Sie den Spuren in Knochen, Genen und Artefakten folgen. Der Eintritt ist im Museumsticket für 18 € enthalten; unter 19-Jährige haben freien Eintritt. Dienstags geschlossen, mittwochs bis 20:00 Uhr geöffnet.
Der kreisförmige Mittelpunkt
Achten Sie auf die kreisförmige Präsentation in der Raummitte: Aus alter DNA rekonstruierte Stammbäume zeigen, dass die Bewohner der benachbarten Orte Leobersdorf und Mödling nie untereinander heirateten.
Das Mädchen an der Kindheitsstation
Eine der acht Stationen erzählt anhand eines sechs- bis achtjährigen Mädchens von der Kindheit. Ihr rekonstruierter Stammbaum reicht über sechs Generationen.
Unter 19-Jährige haben freien Eintritt. Es gibt Mitmachbereiche und eine Station zum Thema Kindheit, die sich um ein sechs- bis achtjähriges Mädchen dreht. Das begleitende Kinderbuch „Das Glasperlenteam“ (Tyrolia, 25 €) zeigt, wie verschiedene Fachleute das Rätsel gemeinsam lösen.
imumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
imumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
iMAK – Museum of Applied Arts