iGropius BauKreuzberg
Die bislang größte institutionelle Einzelausstellung der ostdeutschen Künstlerin Gabriele Stötzer: Rund 150 Arbeiten aus Malerei, Fotografie, Textilkunst, Super-8-Film und Performance zu Themen wie Gerechtigkeit, Geschlecht und Widerstand.
Beim Eintreten laufen Super-8-Filme aus allen Richtungen auf die Wände, ihre Tonspuren überlagern sich, manchmal dissonant. In einem Film von 1989 steht Stötzer nackt vor einem Spiegel, fragt 66-mal „Hab' ich euch nicht blendend amüsiert?“ und malt sich blutrote Linien auf den Körper, die an ein Skelett oder Gefängnisgitter erinnern.
Rund 150 Arbeiten aus fünf Jahrzehnten sind zu sehen: Zeichnungen, Fotografien, Künstlerbücher, Textilien, Film und Performance. Stötzer wurde 1976 wegen ihrer Unterschrift unter eine Petition inhaftiert, blieb in Erfurt, als Freundinnen die Stadt verließen, und baute dort eine Untergrundbewegung von Frauen auf: die Künstlerinnengruppe Erfurt. Ein Wandtext zeigt, wie sie rechnen musste: Ein Super-8-Film kostete so viel wie eine Wurst, ein Farbfilm zwei.
Berlin Art Link bezeichnete die Fotografien als „wohl den spannendsten Teil der Ausstellung“. art-in-berlin warnte, dies sei keine sanfte Einführung, sondern die „maximale Konfrontation“ mit einer Ikone. Zu sehen sind Körperbemalung und Nacktheit. Die Tickets kosten 15 Euro, ermäßigt 10 Euro; dienstags ist das Haus geschlossen.
Hab' ich euch nicht blendend amüsiert? (1989)
Achten Sie auf den Super-8-Film, in dem Stötzer nackt vor einem Spiegel 66-mal die Titelfrage wiederholt und sich dabei rote, an Gefängnisgitter erinnernde Linien auf den Körper malt.
Undine kommt (2025)
Überlebensgroße Textilfiguren aus der Mythologie, erstmals gemeinsam gezeigt und benannt nach Ingeborg Bachmanns Erzählung über Undine, die den Männern den Rücken kehrt.
Die Körperabdrücke
Stötzer bedeckte sich mit Farbe und presste sich immer wieder gegen eine Wand mit aufgespanntem Papier. So wiederholen sich die Abdrücke über die Wand hinweg wie ein Raster.
Lippen mit Draht (1983)
Eine Fotoserie zeigt Lippen, die von Draht geschlossen gehalten werden. Geschaffen wurde sie von einer Künstlerin, die die DDR wegen ihrer Unterschrift unter eine Petition inhaftierte.
Die Künstlerbücher
Dreizehn Buchobjekte und Leporellos aus den Jahren 1982 bis 1988, in denen sich Fotografien, Zeichnungen und Text verbinden. Sie waren so gestaltet, dass Stötzer ihre Arbeiten zeigen und rasch wieder verschwinden lassen konnte, wenn der Staat Treffen auflöste.
Sie suchen einen ruhigen, sanften Besuch: Am Eingang überlagern sich die Tonspuren der Filme, und eine Kritikerin nannte die Ausstellung eine maximale Konfrontation.
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