iDOX Centre for Contemporary ArtHolešovice
Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler reagieren auf Géricaults „Das Floß der Medusa“ und erkunden Hoffnung und Solidarität angesichts von Krieg, Vertreibung und ökologischer Krise.
Im ersten Raum steht ein Floß, knapp fünf Meter hoch und sieben Meter breit. Es ist eine maßstabsgetreue Kopie von Géricaults „Das Floß der Medusa“, die der Louvre 1859 in Auftrag gab, weil das Original verfiel. Seit das Musée de Picardie in Amiens die Kopie 1864 erwarb, hat es sie erst ein einziges Mal zuvor ins Ausland verliehen. DOX-Direktor Leoš Válka sagt, sie sei besser erhalten als das Exemplar in Paris.
Vor dem Bild sucht man den Rettungsschoner Argus – einen Punkt am Horizont, der sich nähern oder entfernen könnte. Im selben Raum hängt Jakub Špaňhels abstrakte Version des Floßes. In den folgenden Räumen zeigen 25 Künstlerinnen und Künstler aus 13 Ländern ihre Arbeiten, darunter Banksy, Bill Viola und Paul McCarthy. Sie machen aus dem Floß ein Bild für Krieg, Migration, die Pandemie und den Klimawandel.
Válkas Argument ist schlicht: Das Gemälde, für das man im Louvre Schlange steht, gibt es jetzt in Holešovice zu sehen. Ein Ticket für 360 CZK gilt für alle aktuellen Ausstellungen im DOX, Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 19:00 Uhr.
Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler antworten mit Arbeiten zu Krieg, Vertreibung und ökologischer Krise auf Géricaults „Floß der Medusa“ – in den Fabrikhallen des DOX in Holešovice.
Die Kopie aus Amiens: Das Floß der Medusa
Halten Sie im ersten Raum auf der 491 × 717 cm großen Leinwand Ausschau nach dem Argus: dem winzigen Punkt am Horizont, dem die Überlebenden zuwinken.
Jakub Špaňhels abstraktes Floß
Im selben ersten Raum antwortet der tschechische Maler Géricault mit einem abstrakten Gemälde, das sich an den Farben des Originals orientiert.
Julian Barnes’ „Shipwreck“ als Klanginstallation
Ein Auszug aus Barnes’ Essay von 1989 ist als Klanginstallation zu hören. Darin geht es um Géricaults Entscheidung, den Moment festzuhalten, in dem das Rettungsschiff noch ein Punkt am Horizont war.
Margaret Atwoods Gedicht „Medusa“
Atwood schrieb das Gedicht für diese Ausstellung und das FALL-Festival. Zu sehen ist es in Marie Iljašenkos tschechischer Übersetzung.
Wer etwas Leichtes sucht: Hinter der Geschichte stehen Mord und Kannibalismus, und in den Ausstellungsräumen geht es um Krieg und Migration.
Kudy z nudy empfiehlt die Ausstellung für Erwachsene; zur Geschichte hinter dem Gemälde gehören Mord und Kannibalismus. Kinder von 7 bis 15 Jahren zahlen 150 CZK, Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt. Ein Familienticket kostet 720 CZK.