i125 Newbury · Tribeca
Gemälde und Arbeiten auf Papier von Mark Rothko und Adolph Gottlieb aus den Jahren 1941 bis 1951, als sich beide dem Mythos und der surrealistischen Abstraktion zuwandten. Kuratiert von Arne Glimcher.
Vorschau: geschrieben vor der Eröffnung
Im Juni 1943 schickten Rothko und Gottlieb gemeinsam einen Brief an The New York Times. Darin antworteten sie auf einen Kritiker, der ihre Arbeit abgetan hatte. „Wir setzen auf den einfachen Ausdruck komplexer Gedanken“, schrieben sie, und forderten eine Malerei, die „tragisch und zeitlos“ sei. Die Ausstellung umfasst das Jahrzehnt, in dem sie sich daran versuchten: von 1941 bis 1951.
Sie ist die Fortsetzung der letztjährigen Ausstellung zu den realistischen Jahren. Die Gemälde und Arbeiten auf Papier konzentrieren sich auf die Zeit um 1942 bis 1946, als sich beide im Schatten des Krieges dem Mythos und dem Unbewussten zuwandten. Gottlieb fügte Figuren, Tiere und Symbole in die unregelmäßigen Raster seiner Pictographs ein. Rothko schlug eine organische Richtung ein: Sein Gethsemane (1945) erzählt die letzten Stunden Christi ganz ohne Figuren. Wer Rothko vor allem durch seine weichen Farbrechtecke kennt, sieht hier, was ihnen vorausging.
Die Ausstellung ist in der 125 Newbury zu sehen, dem Projektraum von Arne Glimcher in der 395 Broadway in Tribeca, an der Ecke Walker Street – nicht im Turm von Pace in Chelsea. Geöffnet Dienstag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr.
Rothko, Gethsemane (1945)
Christi Verrat und seine letzten Stunden, gemalt in organischen, biomorphen Formen, völlig abstrakt und ohne erkennbare Figur.
Gottliebs Pictographs
Stilisierte Figuren, Tiere und Symbole in einem unregelmäßigen Raster, eher wie eingemeißelte Schriftzeichen oder Höhlenmalereien als wie ein Bild; das früheste Werk der Ausstellung stammt von 1941.