iGemäldegalerieTiergarten
Rund 80 Porträts aus fünf Jahrhunderten – von Herrschern in voller Pracht über intime Freundschaftsszenen bis hin zu selbstbewussten Selbstbildnissen, von Botticelli bis Lempicka.
1557 malte Sofonisba Anguissola ihre Mutter Bianca, die sich während ihrer Arbeit zu ihrer Tochter umwendet. 1929 malte Eugen Spiro seine Frau, die ihn auf ganz ähnliche Weise ansieht. Hier hängen die beiden Porträts nebeneinander – mit 380 Jahren Abstand. So funktioniert die gesamte Ausstellung.
Rund 90 Porträts aus dem 15. bis 20. Jahrhundert sind in vier Bereichen paarweise zusammengestellt: Porträttypen der Renaissance nördlich und südlich der Alpen, die Selbstdarstellung der Elite, Familie und Freundschaft sowie Künstler und Sammler. Die meisten stammen aus den eigenen Beständen der Gemäldegalerie, ergänzt durch Leihgaben anderer Berliner Staatlicher Museen. Sie gehen an Paaren vorbei, die sich zuvor nie begegnet sind: Botticelli neben Lempicka, Dürer neben Giorgione, Rubens neben Gainsborough.
Der Kritiker von Radio3 nannte die Ausstellung „eine kleine Schule des genauen Hinsehens“: Die Kuratorinnen und Kuratoren gingen ohne feste Checkliste vor, sodass Sie selbst entdecken können, was jedes Paar verbindet. Tickets kosten online mit festem Zeitfenster 16 € (ermäßigt 8 €); für 22 € gibt es das Kulturforum-Ticket, das den Eintritt zu allen dortigen Ausstellungen umfasst. Geöffnet Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr.
Rund 80 Porträts aus fünf Jahrhunderten, von Botticelli bis Lempicka: Herrscher in vollem Ornat, intime Freundschaftsszenen und stolze Selbstporträts – das Selfie jener Zeit, für das man noch Wochen brauchte.
Anguissolas Mutter und Spiros Frau
Achten Sie auf Bianca Anguissola, die sich 1557 an der Staffelei ihrer Tochter zuwendet – neben Eugen Spiros Frau, die ihm 1929 denselben Blick zuwirft.
Ein römisches Mumienporträt und Gräfin Luise von Voß
Eine Frau aus der römischen Kaiserzeit und Friedrich Burys Gräfin aus dem frühen 19. Jahrhundert – beide dunkelhaarig und dunkeläugig – neigen den Kopf und blicken Ihnen direkt entgegen.
Ein Fremder in zwei Metern Höhe und ein 20 Zentimeter großer Kaufmann
Ein unbekannter Mann von unbekannter Hand blickt aus zwei Metern Höhe stolz herab. Neben ihm schaut der winzige Marcus Levin von Chodowiecki beinahe schüchtern aus dem Bild.
Margarete von Parma und Don Gabriel de la Cueva
Anthonis Mors Herzogin im knielangen Kleid blickt mit königlicher Würde dem Edelmann von Moroni aus dem Jahr 1560 gegenüber: zwei Arten, sich für den eigenen gesellschaftlichen Status zu kleiden und zu posieren.
Botticellis Giuliano de' Medici
Das Porträt von 1478, das der Ausstellung die Hälfte ihres Titels gibt, wird einem Porträt Tamara de Lempickas von etwa 1931 gegenübergestellt.
Sie möchten Porträts chronologisch sehen: Jedes Werk hängt neben einem Gegenstück aus einem anderen Jahrhundert.
Familien mit Kindern von 6 bis 12 Jahren können ab dem 21. November für Samstagnachmittage den Workshop Porträtwerkstatt buchen: 15 € für zwei Personen, 20 € für drei oder mehr Personen, Eintritt inklusive.
iKunstgewerbemuseum
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