iTechnisches Museum Wien (Vienna Technical Museum)Penzing
Faser, Funktion, Mode: Eine Sonderausstellung, die Bekleidungstextilien in Fasern, Garne und Gewebe zerlegt – von Objekten des 19. Jahrhunderts bis hin zur heutigen Überproduktion und dem daraus resultierenden Textilmüll.
Der erste Akt beginnt mit roten Reithosen der österreichisch-ungarischen Kavallerie. Rundherum sind alle Arbeitsschritte zu sehen, die zu ihrer Herstellung nötig waren – von der Fasergewinnung über das Färben bis zum Nähen. An einer Station hört man eine Handspindel, ein fußbetriebenes Spinnrad und eine industrielle Spinnmaschine.
Die Ausstellung ist wie ein Theaterstück in drei Akten inszeniert: Rund 400 Objekte auf knapp 900 m², dazwischen jeweils ein Stoffvorhang. Der zweite Akt besteht aus 15 schrankartigen Vitrinen, in denen ein Damenfez auf einen Sulmtaler Strohhut trifft. Zwei kurze Zwischenspiele über das An- und Ausziehen führen vom Fall bis zu einem Nirvana-Albumcover. Der dritte Akt über Fast Fashion endet mit einem ungetragenen Abendkleid, an dem noch das Preisschild hängt. Forschende der TU Wien entdeckten es in der chilenischen Atacama-Wüste. Das Museum liegt in der Mariahilfer Straße 212 – wer danach zu Fuß in die Innenstadt zurückgeht, begegnet vielen Preisschildern.
News.at zufolge lockern zahlreiche Mitmachstationen die dichten Texte auf. Der Eintritt ist im Museumsticket für 18 € enthalten; für unter 19-Jährige ist er kostenlos.
Kleidungstextilien werden in Fasern, Garne und Stoffe zerlegt – von Objekten aus dem 19. Jahrhundert bis zur heutigen Überproduktion und Textilverschwendung: die lange Fassung des Pflegeetiketts in Ihrem Pullover.
Die roten Kavallerie-Reithosen
Im ersten Akt lässt sich die Herstellung einer österreichisch-ungarischen Kavallerie-Reithose Schritt für Schritt zurückverfolgen – von der Rohfaser über das Garn und das Färben bis zu den letzten Nähten.
Die Hörstation zum Spinnen
Hier hört man nacheinander eine Handspindel, ein fußbetriebenes Spinnrad, eine Ringspindel für Baumwolle und eine industrielle Spinnmaschine.
Der zerlegte BH
Ein BH, auseinandergenommen in mehr als 30 Einzelteile, ist neben Jacquard-Websystemen mit Lochkarten aus dem 19. Jahrhundert zu sehen.
Die Schrankvitrinen
In 15 schrankartigen Vitrinen voller Objekte teilen sich ein Sulmtaler Strohhut von 1837 mit Seidenbändern, ein Damenfez, ein Zylinder und eine Sturmhaube den Platz.
Das Kleid aus der Atacama-Wüste
Ein nie getragenes Abendkleid, an dem noch das Preisschild hängt: Forschende der TU Wien fanden es, als sie Textilabfälle in der chilenischen Atacama-Wüste untersuchten.
Für unter 19-Jährige ist der Eintritt kostenlos. An ausgewählten Terminen können Kinder von 7 bis 12 Jahren bei einer 60-minütigen Familienführung Wolle vorbereiten, zu Garn spinnen und das Weben ausprobieren.
iMAK – Museum of Applied Arts
iState Hall of the Austrian National Library (Prunksaal)
imumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien