iKunsthalle WienNeubau
Tiffany Sias erste Einzelausstellung in Österreich: Ein neuer Film über das Erbe des Kalten Krieges auf den taiwanischen Kinmen-Inseln, über Bunker, Strände und Radioübertragungen. Im MuseumsQuartier.
Vorschau: geschrieben vor der Eröffnung
Kinmen ist eine Gruppe taiwanischer Inseln, etwa 1.800 Meter vor der Küste Chinas. Seit der Schlacht von Guningtou 1949 liegt die Inselgruppe an einem Ende der eingefrorenen Frontlinie des chinesischen Bürgerkriegs. Tiffany Sias neuer Film führt dorthin: zu verlassenen Bunkern, Museumspräsentationen und menschenleeren Stränden – begleitet von Radiopropaganda, importierter Popmusik und Militärübungen.
Der Film bildet den Mittelpunkt ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Österreich, die sich in Kapiteln über das Erdgeschoss des MuseumsQuartier erstreckt. Daneben sind neue Arbeiten zu sehen, darunter eine zu den Flaktürmen und zur österreichischen Neutralität und eine weitere zu unterbrochenen Fernsehausstrahlungen.
Bei seiner Premiere auf dem New York Film Festival dauerte der Film 85 Minuten. Er kommt größtenteils ohne Worte aus, arbeitet mit eingeblendeten Texten und hat keine Untertitel für die englischen, mandarinchinesischen und taiwanischen Hokkien-Passagen. Zunächst ist er im Kino zu sehen: Das Österreichische Filmmuseum zeigt ihn am 14. November um 18:00 Uhr als Europapremiere, anschließend findet ein Gespräch mit dem Publikum statt. Tickets kosten 14 Euro; für unter 19-Jährige ist der Eintritt frei. Donnerstags von 17:00 bis 20:00 Uhr gilt: Zahlen Sie, was Sie können. Außerdem ist der Eintritt am 29. November und 27. Dezember frei.
Kinmen liegt etwa 1.800 Meter vor der Küste Chinas. Von den dortigen Lautsprechertürmen dröhnten einst Teresa-Teng-Lieder über das Wasser. Sias weitgehend wortloser Film führt durch die Bunker und an den leeren Stränden der Insel entlang, ergänzt um eine neue Arbeit über Wiens Flaktürme.
Der Kinmen-Film
Das Herzstück wechselt zwischen Militärbunkern, Museumspräsentationen und menschenleeren Küstenabschnitten. Radiobotschaften und der Klang von Militärübungen legen sich über die Landschaft.
Teresa Teng über Lautsprecher
Der Film zeigt die Lautsprechertürme, über die Lieder von Teresa Teng – auf dem chinesischen Festland verboten – über das Wasser hinweg nach China schallten.
Fahrten mit der Dashcam
Lange Passagen mit Dashcam-Aufnahmen treffen auf abgefangene Radiomeldungen von beiden Seiten – eine Collage aus chinesischer Kammermusik sowie ost- und westlicher Popmusik.
Die Arbeit zu den Flaktürmen
Eine separate Installation widmet sich den Stahlbeton-Flaktürmen und den zivilen Schutzräumen aus dem Zweiten Weltkrieg und nimmt sie zum Anlass, über die österreichische Neutralität nachzudenken.
Für unter 19-Jährige ist der Eintritt frei.
iLeopold Museum
imumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
imumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien