iNational Museum of Korean Contemporary History · Jongno-gu
Die Ausstellung blickt auf 100 Jahre Hangul-Tag zurück – von der ersten Gagyanal-Zeremonie 1926 bis heute – und zeichnet die Geschichte des Lernens und Feierns des koreanischen Alphabets nach.
Der Hangul-Tag wurde 1926 als Gagya-Tag ins Leben gerufen. Sein Name geht auf „ga-gya-geo-gyeo“ zurück – die Silbenfolge, mit der Koreanerinnen und Koreaner das Alphabet lernten. Hier ist sie auf einer gedruckten Tafel aus dem 19. Jahrhundert zu sehen: Jeder Konsonant ist darin mit jedem Vokal zu einer Silbe kombiniert, in einem Raster, dessen Ränder dicht mit Text in chinesischen Schriftzeichen und Hangul bedruckt sind.
Die 116 Exponate füllen die Themenhalle im dritten Stock und sind in drei Bereiche gegliedert. Alte Zeitungen und Zeitschriften zeichnen die wechselnde Bedeutung und den Status des Feiertags nach: 1949 wurde der Hangul-Tag zum arbeitsfreien Feiertag, 1990 verlor er diesen Status, 2012 erhielt er ihn zurück. 22 Jahre lang beging das Land den Tag seines Alphabets, indem es dieses bei der Arbeit verwendete. Im mittleren Bereich sind zwei Manuskripte von Wörterbüchern zu sehen, die als Nationalschätze ausgewiesen sind. Der letzte Bereich lädt zum Mitmachen ein – darunter mit einem Stand, der aus der Anordnung von Silben die Zukunft vorhersagt.
Die Ausstellung besteht größtenteils aus Papier: Manuskripten, Zeitschriften, Kalendern und Tafeln. Der Eintritt ist frei; mittwochs und samstags ist bis 21 Uhr geöffnet. Braille-Führungen und Videos in Gebärdensprache stehen zur Verfügung. Parkplätze gibt es nicht – am besten kommt man mit der U-Bahn.
Das Manuskript von Malmoi
Der handschriftliche Entwurf des ersten koreanischen Wörterbuchs, verfasst vom Linguisten Ju Si-gyeong und seinen Schülern; heute ein Nationalschatz.
Das Manuskript von Joseon Mal Keun Sajeon
Der Entwurf eines Wörterbuchs, den die japanische Polizei beschlagnahmte und der kurz nach der Befreiung am Bahnhof Seoul gefunden wurde.
Die Silbentafel aus dem 19. Jahrhundert
Zu sehen ist das Raster mit allen Kombinationen aus Konsonant und Vokal – in der Reihenfolge ga-gya-geo-gyeo, nach der der Gagya-Tag benannt wurde. Die Ränder sind dicht mit Text gefüllt.
Aideulboi, Heft 6 (1914)
Eine frühe Kinderzeitschrift, auf deren Titelbild ein General zu Pferd zu sehen ist.
In die Zukunft, getragen von Hangul (To the Future Carried by Hangul)
Wähle ein Wort und einen Zeitpunkt in der Zukunft. Ein großes Sprachmodell entwirft in Echtzeit, wie Hangul dann aussehen könnte.
Zu den Mitmachstationen gehören eine Leuchttafel, auf der man einen alten Kalender auflegt, um den Hangul-Tag zu finden, und ein Stand, der aus Hangul-Silben die Zukunft vorhersagt. Schulgruppen ab 20 Personen müssen sich vorab über die Website des Museums anmelden.