Museum Brandhorst · Kunstareal, Maxvorstadt
Eine thematische Ausstellung, die Vorstellungen von Last, Transport und Unterstützung in der zeitgenössischen Kunst untersucht.
In Cana Bilir-Meiers Video Ein neues Wort probt ein Münchner Chor, der überwiegend aus türkischen Arbeitsmigrantinnen und -migranten besteht, eine umgeschriebene Version von „Die Eisenbahn“. In dem Kinderlied nimmt man Teddy mit in die Ferien. Diese Fassung „will endlich nach Deutschland“ und trägt Wörter wie „Gastkumpel“ in den Text – einen der 32.000 Vorschläge, die der WDR 1970 erhielt, als er nach einem neuen Wort für „Gastarbeiter“ fragte.
Das Museum steht dort, wo früher die Türkenkaserne lag. Sie war nach osmanischen Kriegsgefangenen benannt, die Ende des 17. Jahrhunderts zur Zwangsarbeit nach Bayern gebracht wurden. Sieben Künstlerinnen setzen sich oben, unten und draußen mit dieser Geschichte auseinander. Auf der Wiese an der Türkenstraße verläuft eine Reihe weißer Ziegel; im alten Türkentor hängt eine Discokugel knapp über dem Boden.
Jürgen Moises schrieb in Artline, die Ausstellung sei inspirierend und lehrreich, auch wenn man beim Wechsel zwischen den Orten etwas den Faden verliere. Nehmen Sie das kostenlose Heft mit. Der Eintritt kostet regulär 7 € (sonntags 1 €); donnerstags ist bis 20 Uhr geöffnet.
Ein neues Wort im Cosmos
Halten Sie Ausschau nach dem Chor, der sein umgeschriebenes Eisenbahnlied probt. In den Liedzeilen sind die 1970 vorgeschlagenen Ersatzwörter für „Gastarbeiter“ fett gedruckt.
Louise Lawler im Türkentor
Neben Walter De Marias Large Red Sphere hängt ihre Discokugel Crazy knapp über dem Boden. Ihr Licht soll an Aufnahmen entfernter Luftangriffe im Irakkrieg 1990/91 erinnern.
No Drones (angepasst)
Im selben Tor ist Lawlers Fotografie von Gerhard Richters Kampfflugzeugbild Mustang-Staffel aus dem Jahr 1964 als Vinylfolie an die Wand geklebt.
Kate Newbys 1.000 weiße Ziegel
Draußen auf der Wiese an der Türkenstraße verlaufen die Ziegel in zwei Reihen wie Rinnen – eine Anspielung auf den nie fertiggestellten Türkengraben.
Hêlîn Alas’ osmanischer Soldat
Halten Sie im Eingangsbereich des Museums Ausschau nach der „typischen Soldatenfigur“, die aus gefundenen Fragmenten zusammengesetzt ist.
Sie möchten eine Ausstellung in einer einzigen Galerie sehen: Die Arbeiten verteilen sich auf Innenräume, die Wiese und das Türkentor.
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. In der Open Factory finden sonntags von 13 bis 16 Uhr offene Kunstworkshops statt.