iGallerie d'Italia Milano · Centro Storico / Piazza della Scala
Fotografien aus bedeutenden Archiven zeichnen 80 Jahre der Errungenschaften italienischer Frauen nach: vom Wahlrecht von 1946 über Arbeit, Feminismus, das Recht auf Scheidung und Abtreibung bis hin zu zeitgenössischen Künstlerinnen.
1948 fotografierte Tino Petrelli in Mailand eine ältere Frau, die zur Wahlurne in der Via delle Forze Armate begleitet wurde. Zwei Jahre zuvor, am 2. Juni 1946, hatten fast 13 Millionen Italienerinnen erstmals bei einer landesweiten Wahl ihre Stimme abgegeben – hier setzt die Ausstellung an.
Rund 50 Fotografien aus dem Publifoto-Archiv von Intesa Sanpaolo, der Agentur Contrasto sowie den Archiven von Paola Agosti und Marcella Campagnano füllen die Sala delle Colonne. Der Rundgang führt durch die Jahrzehnte: Reispflückerinnen in der Nachkriegszeit, Schülerinnen vor einer Mailänder Schule im Jahr 1958, Frauen beim Mailänder Konzert der Beatles, der Frauenmarsch am 8. März 1969 und die Kämpfe um Scheidung und Abtreibung. Begleittexte markieren, wann die einzelnen Gesetze in Kraft treten. Den Abschluss bildet eine Projektion mit Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen.
Die Ausstellung zeigt dokumentarische Fotografien mit Bildunterschriften, die sich beim Rundgang lesen lassen. Der Eintritt kostet 12 Euro, für unter 26-Jährige und am ersten Sonntag des Monats ist er frei. Über die App der Gallerie d'Italia steht ein digitaler Führer bereit.
Frauen bei der Stimmabgabe in Massalengo, 17. März 1946
Das erste Bild aus dem Publifoto-Archiv zeigt Frauen bei den Kommunalwahlen nahe Lodi, wo sie Monate vor der landesweiten Wahl erstmals ihre Stimme abgaben.
Tino Petrelli, Via delle Forze Armate, 1948
Eine ältere Frau wird zu einem Wahllokal in Mailand begleitet, um ihre Stimme abzugeben.
Angelo Novi, Mailand, März 1958
Schülerinnen stehen vor der Civica Scuola Alessandro Manzoni.
Frauenmarsch, Mailand, 8. März 1969
Die Aufnahme von Publifoto zeigt den Marsch zum Internationalen Frauentag durch Mailand – ein Jahr nachdem Ehebruch nicht mehr strafrechtlich verfolgt wurde.
Paola Agosti, Rom, 1977
Demonstrantinnen versammeln sich während des Prozesses gegen die Männer, die der Vergewaltigung von Claudia Caputi beschuldigt werden, vor dem Gerichtsgebäude.
Sie suchen Gemälde: Zu sehen sind rund 50 dokumentarische Fotografien mit Begleittexten.
Der Eintritt ist für alle unter 26 Jahren frei. Das Museum bietet Führungen für Schulgruppen an.