iAga Khan Museum · Don Mills, North York
Ein Teppich aus dem 15. Jahrhundert aus Alcaraz in Spanien, eine Leihgabe des MFA Boston. Muslimische Weber verbanden darin türkische Muster mit iberischen Techniken.
Betrachten Sie den roten Rand genau. Seine weißen, grünen, schwarzen, blauen und gelben Formen ahmen kufische Schrift nach – die kantige arabische Schrift – und rahmen ein dunkelgrünes Feld mit Achtecken und Rauten in Gelb, Rot, Blau und Violett. Der Teppich ist 4,6 Meter lang. Er wurde im Spanien des 15. Jahrhunderts geknüpft, mit etwa 20 Knoten pro Quadratzentimeter.
Die Weber waren Mudéjares: Muslime, die im Südosten Spaniens für christliche Auftraggeber arbeiteten, vermutlich in Alcaraz. Das Muster übernahmen sie von den türkischen Teppichen, die Hans Holbein der Jüngere malte – daher der Name. Geknüpft wurde der Teppich jedoch mit dem Einfachschussknoten, der damals nur in Spanien gebräuchlich war. Sie finden ihn in der Museum Collections Gallery; er ist eine Leihgabe des Museum of Fine Arts, Boston, das ihn 1939 erwarb. 2025 wurde er restauriert – nun ist er erstmals wieder zu sehen.
Es handelt sich um einen einzelnen Teppich, also bietet er sich als Station bei einem Besuch der Sammlung an. Der Eintritt ist im Museumseintritt enthalten; mittwochs von 16 bis 20 Uhr ist der Eintritt für alle frei.
Der kufische Schrift nachahmende Rand
Achten Sie auf den Hauptrand: Auf rotem Grund ahmen weiße, grüne, schwarze, blaue, gelbe und rote Formen die kantige arabische Schrift nach, ohne etwas auszubuchstabieren.
Das Feld mit dem Kleinmuster
Das dunkelgrüne Mittelfeld ist mit Achtecken und Rauten in leuchtendem Gelb, Rot, Blau, Schwarz, Grün, Violett und Weiß gefüllt – das Muster, das Holbein malte.
Die Nebenbordüren
Beiderseits des Hauptrands verlaufen schmalere Bänder mit Medaillons, Flechtmustern und geometrischen Formen.
Sie möchten eine umfassende Ausstellung sehen: Hier ist nur ein einzelner Teppich zu sehen.