Das Museo della Forma Urbis gehört zu den jüngsten Museen Roms: Es wurde im Januar 2024 auf dem Caelian Hill eröffnet, nur wenige Schritte vom Colosseum entfernt. Zu sehen ist ein wahrhaft außergewöhnliches Zeugnis der Antike: die erhaltenen Fragmente eines kolossalen marmornen Stadtplans des antiken Roms, der zwischen 203 und 211 n. Chr. unter Kaiser Septimius Severus geschaffen wurde. Das Original maß rund 18 mal 13 Meter und war an einer Wand des Templum Pacis angebracht. Zwar ist nur etwa ein Zehntel davon erhalten, doch gewähren selbst diese Bruchstücke einen unvergleichlichen Einblick in das urbane Gefüge des antiken Roms. Das Ausstellungskonzept ist bestechend: Die Marmorfragmente sind auf dem Boden über einer Reproduktion von Giovanni Battista Nollis berühmtem Rom-Plan aus dem Jahr 1748 ausgelegt, sodass sich die antike Topografie und das Rom des 18. Jahrhunderts unmittelbar überlagern. Das Gebäude selbst – eine umgebaute Turnhalle aus der Zeit des Faschismus auf dem Caelian Hill – liegt im neuen Parco Archeologico del Celio, der archäologische Überreste von der römischen Republik bis ins Mittelalter umfasst. Das Haus versteht sich als Spezialmuseum und nicht als Publikumsmagnet für die Massen. Für alle, die sich für römische Stadtgeschichte, Kartografie oder Archäologie begeistern, ist es jedoch ein faszinierender Ort – und im Vergleich zum berühmten Nachbarn am Fuße des Hügels wohltuend unberührt vom großen Trubel.
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NestorFMarques (CC BY-SA 4.0)