iMuseo Nacional de San Carlos · Tabacalera, Cuauhtémoc
„Das Leben der Dinge“: rund 140 Stillleben, Skulpturen, Fotografien und Objekte aus dem 16. bis 21. Jahrhundert, neu gelesen im Licht der materiellen Kultur und der Biografie der Objekte.
Neben Zurbaráns 1639 gemaltem „Abendmahl in Emmaus“ steht eine kleine Holzkugel. Beugen Sie sich vor und erschnuppern Sie das Gemälde: Fachleute des Museo del Perfume haben rekonstruiert, wie einige der hier gezeigten Bilder gerochen haben könnten. In einem Museum darf man ausnahmsweise ganz nah an ein fast 400 Jahre altes Bild herangehen und daran riechen – genau darum geht es.
Zurbaráns Gemälde eröffnet den Rundgang durch rund 140 Werke aus etwa 15 Sammlungen, vom 16. bis zum 21. Jahrhundert, bewusst nicht chronologisch gehängt. Fünf Bereiche – Ursprünge, Obst und Gemüse, Blumen, Tiere und Dinge des täglichen Gebrauchs – stellen Arrieta, Orozco, Siqueiros und Olga Costa neben Omar Gámez’ Fotografien von Blumenarrangements, die als Porträts gestaltet sind (2024). Im letzten Raum stehen echtes Glas, Porzellan und Talavera-Keramik neben den Gemälden.
Der Direktor des Museums sagte der Zeitung La Jornada, das Genre sei lange als bürgerlich abgetan worden; diese Ausstellung hält dagegen. Der Eintritt kostet 75 MXN, sonntags sowie für Studierende, Lehrkräfte und Inhaberinnen und Inhaber einer INAPAM-Karte ist er frei. Geöffnet Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, bis zum 10. Januar 2027.
Rund 140 Stillleben, Skulpturen, Fotografien und Objekte aus dem 16. bis 21. Jahrhundert, betrachtet aus der Perspektive der materiellen Kultur und der Biografie der Dinge. Für alle, die eine Tasse noch lange nach dem ersten Sprung behalten haben.
Zurbaráns „Abendmahl in Emmaus“
Achten Sie auf Christus mit dem ungewöhnlichen Hut: Er wird erst erkannt, als er das Brot bricht. Neben dem Rahmen steht eine Duftkugel.
Omar Gámez’ „Rolando“
Eine Fotografie aus seiner Serie Flores von 2024: ein Blumenarrangement, das als Porträt einer Person komponiert ist.
Insekten und Mollusken
Im Tierbereich stehen wissenschaftliche Insekten- und Muschelsammlungen zwischen Gemälden über die Jagd und die Präparation von Tieren.
Maginis Stillleben mit Kalbskopf
Carlo Magini rückt den abgetrennten Kopf eines Kalbs ins Zentrum eines Stilllebens.
Ein Markt im Neuspanien des 18. Jahrhunderts
Ein großformatiges Gemälde eines Marktes in der Kolonialzeit, eine Leihgabe des Museo Nacional de Historia.
Sie möchten die Kunstgeschichte chronologisch durchschreiten: Die Jahrhunderte werden in jedem Bereich bewusst gemischt.