iNational Museum of Scotland · Old Town
Mehr als 200 Objekte zeichnen Konflikte im prähistorischen Schottland von der Jungsteinzeit bis zur Römerzeit nach. Zu sehen sind unter anderem sechs bronzezeitliche Schilde und das bislang reichste entdeckte Kriegergrab aus der Eisenzeit.
In einem Kammergrab bei Tulloch of Assery in Caithness wurde jemand mit einer Feuersteinpfeilspitze im Rückgrat bestattet. Der Wirbel ist hier zu sehen, und die Kuratorinnen und Kuratoren räumen ein, dass sie nicht sagen können, ob es ein Jagdunfall oder ein Angriff war. Diese Offenheit zieht sich durch die ganze Ausstellung.
Mehr als 200 Objekte sind ungefähr chronologisch angeordnet – vom Neolithikum bis zur römischen Eroberung; den meisten Raum nimmt die Bronzezeit ein. Am Anfang stehen steinerne Keulenköpfe, die zunächst Werkzeuge und erst später Waffen waren. Am Ende stehen Schwerter, die ausschließlich dafür gemacht wurden, Menschen zu bekämpfen. Vier der sechs erhaltenen Bronzeschilde Schottlands sind hier zu sehen, mit Spuren tatsächlichen Gebrauchs. Zwischen den Vitrinen stehen sechs gesichtslose Figuren des Künstlers Alan McGowan, jeweils etwa 1,8 Meter hoch. Filme mit Reenactors zeigen die Waffen in Bewegung.
Current Archaeology und The Past heben beide das Anliegen der Kuratorinnen und Kuratoren hervor: Im Mittelpunkt stehen die Menschen hinter den Kämpfen, nicht eine Parade immer besserer Klingen. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist bis zum 16. Mai 2027 in der Chambers Street zu sehen.
Über 200 Objekte zum Thema Konflikte im prähistorischen Schottland – vom Neolithikum bis zur Römerzeit. Darunter sind sechs Schilde aus der Bronzezeit und das bislang reichste entdeckte Kriegergrab aus der Eisenzeit.
Der Wirbel von Tulloch of Assery
Zu sehen ist ein menschlicher Wirbel aus dem Neolithikum, gefunden in einem Cairn in Caithness, in dem noch eine Feuersteinpfeilspitze steckt.
Schilde vom Typ Yetholm
Dünne Bronzescheiben, aus einem einzigen Barren gehämmert und mit konzentrischen Rippen sowie Reihen aus Tausenden winziger, handgefertigter Buckel verziert. Sie entstanden etwa zwischen 1300 und 1100 v. Chr.
Der Schild von Beith
Der einzige erhaltene von fünf oder sechs Schilden, die um 1779 in Ayrshire ringförmig angeordnet gefunden wurden. Er wurde aus London ausgeliehen und ist zum ersten Mal seit mehr als 200 Jahren wieder in Schottland.
Das Schwert aus dem Hortfund von Carnoustie
Ein noch in seiner Holzscheide steckendes Bronzeschwert, einst in Wollstoff gehüllt und mit einer Scheibenkopfnadel befestigt. Daneben liegt eine mit Goldfolie verzierte Speerspitze.
Der Krieger von Marshill
Aus dem reichsten bislang in Schottland entdeckten eisenzeitlichen Grab: das Eisenschwert eines jungen Mannes in seiner Lederscheide, dazu sein Speer, eine Mantelnadel und zwei bronzene Zehenringe. Daneben sind geschmiedete Repliken zu sehen.
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