iNational Galleries Scotland: Modern (Modern One & Modern Two) · Dean Village / Belford
Die erste große Retrospektive der walisischen Malerin Gwen John seit mehr als vierzig Jahren. Sie würdigt ihren 150. Geburtstag und zeigt selten zu sehende Zeichnungen und Aquarelle. In Modern Two.
An der ersten Wand blickt Gwen John aus einem Selbstporträt heraus: Das dunkle Haar ist zurückgebunden, ihr Blick ruhig und klar. Der Kritiker des Scotsman fand, sie sehe Emily Dickinson ein wenig ähnlich – einer anderen Frau, die Einsamkeit und Arbeit über alles stellte.
Rund 200 Gemälde und Zeichnungen füllen Modern Two: vom Porträt ihrer Schwester, das sie mit 19 Jahren malte, bis zu späten Aquarellen mit dem Blick aus ihrem Fenster in Meudon. Viele der Zeichnungen werden zum ersten Mal gezeigt. In der Serie The Convalescent begegnet man fünfmal derselben Frau im selben Korbsessel, einmal lesend, ein anderes Mal mit einer Teekanne – und beginnt, nach den Veränderungen zu suchen.
Der Scotsman vergab hier fünf Sterne, ebenso wie der Guardian in Cardiff. Doch der Kritiker des Scotsman betont, die Werke seien kleinformatig und zurückhaltend und böten „keine einfachen Antworten“: Man sollte ihnen Zeit geben, statt die Ausstellung nur schnell zu durchlaufen. Tickets kosten 14 £, ermäßigt 7 £; für unter 18-Jährige ist der Eintritt frei. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr, bis zum 4. Januar 2027. Auf dem Smartphone gibt es außerdem einen kostenlosen Guide von Bloomberg Connects.
Die erste große Retrospektive zu Gwen John seit mehr als vierzig Jahren, zum 150. Geburtstag der Künstlerin, mit selten gezeigten Zeichnungen und Aquarellen neben den Gemälden. Im Modern Two.
A Corner of the Artist's Room in Paris
Achten Sie auf die wenigen persönlichen Dinge, den Korbsessel am Fenster und das aufgeschlagene Buch: zu sehen ist ihr gemietetes Zimmer in Montparnasse, gemalt Jahre bevor Woolf A Room of One's Own schrieb.
The Convalescent series
Fünf Gemälde zeigen dasselbe Modell im Korbsessel, mal lesend, mal neben einer Teekanne; einige Haarsträhnen fallen ihr ins Gesicht.
Portrait of a Girl in Grey
Die Porträtierte hält zwischen den Falten ihres Kleides einen Rosenkranz und trägt einen blaugrauen Pilgermantel.
The tortoiseshell cats
John zeichnete ihre Katzen immer wieder. Die erste hieß Edgar Quinet – nach dem Pariser Boulevard, an dem John die Katze gefunden hatte.
Lighted windows at night
Aus ihren letzten Jahren in Meudon stammen winzige Gemälde erleuchteter Fenster bei Nacht. Sie hängen neben halb abstrakten Aquarellen mit dem Blick aus ihrem eigenen Fenster.
Sie suchen ein spektakuläres Erlebnis: Der Scotsman nennt die Werke kleinformatig, zurückhaltend und ohne große Geste.
Unter 18-Jährige haben freien Eintritt. Eine Familie zahlt daher nur für die Erwachsenen (je 14 £, ermäßigt 7 £).